Bausparvertrag verkaufen, besteht diese Möglichkeit?
Was ist eigentlich, wenn in guter Absicht, Geld zu sparen, ein Bausparvertrag abgeschlossen, dieser aber später nicht mehr benötigt wird? Kann man einen Bausparvertrag verkaufen und wenn ja, wie?
Bei Abschluss eines Bausparvertrages geht man erst einmal davon aus, dass dieser auch benötigt wird. Entweder will der Bausparer später ein günstiges Bauspardarlehen für seine Modernisierungswünsche in Anspruch nehmen oder nur mit einem vergleichsweise möglichst hohen Guthabenzins eine rentierliche Ansparung vornehmen. Ein weiterer Grund kann die vom Arbeitgeber angebotene und in den einzelnen Tarifverträgen vereinbarte Vermögenswirksame Leistung sein. Vielleicht will der Kunde aber auch die vom Staat gewährten Prämien mitnehmen, die es für die unterschiedlichen Anspararten gibt. Egal, welche Entscheidungsgründe vorliegen, Gründe gibt es viele.
Was ist aber, wenn der Bausparvertrag nicht mehr benötigt wird oder nicht mehr angespart werden kann? Mit einer Bausparvertragskündigung sind leider einige Kosten oder Verluste verbunden. Zumindest geht die zu Beginn geleistete Abschlussgebühr verloren. Die bessere Lösung besteht dann, wenn der Bausparer seinen Bausparvertrag verkaufen kann. Diese Option steht dem Bausparvertragsinhaber zur Verfügung, wenn er einen direkten Familienangehörigen in gerader Linie findet, der seinen Bausparvertrag mit allen Rechten und Pflichten übernimmt. Ein Familienangehöriger in gerader Linie können zum Beispiel die Eltern oder die Geschwister sein. Der Vorteil der Übertragung besteht darin, dass der Übernehmende die Abschlussgebühr nicht noch einmal zahlen muss. Allerdings lassen sich die Bausparkassen diese Bausparvertragsänderung mit einer Gebühr bezahlen. Diese Gebühr kann entweder ein pauschaler Betrag sein oder sich prozentual vom Guthaben errechnen. In jedem Fall ist diese Möglichkeit günstiger als eine Vertragsauflösung.
Früher konnte der Bausparkunde an jeden Interessierten seinen Bausparvertrag verkaufen. Das führte zu einem schwunghaften Handel und entsprechende Anzeigen waren in der Tagespresse zu finden. Diese Möglichkeit wurde gern genutzt, wenn die Bausparkassen ihre Tarifstruktur geändert haben und die alten Tarife mit bestimmten Eigenschaften günstiger waren. Das hat natürlich nicht zu vielen Neuabschlüssen bei den einzelnen Bausparkassen beigetragen.
18.06.2010